Zum Inhalt springen
MK Websolution

4. März 2026 · 5 Min.

Barrierefreiheit seit 2025 - was heißt das für deine Website?

Seit dem 28. Juni 2025 ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft. Ein sperriger Name für eine Sache die eigentlich simpel ist: Digitale Angebote sollen für alle Menschen nutzbar sein. Auch für Menschen mit Einschränkungen. Klingt vernünftig - ist es auch. Aber was bedeutet das konkret für deine Website?

Seit 28. Juni 2025 in Kraft

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet viele Unternehmen zur digitalen Barrierefreiheit - besonders im E-Commerce.

Wen betrifft das Gesetz?

Direkt betroffen sind nicht alle - aber mehr als viele denken. Das BFSG richtet sich primär an Unternehmen die Produkte oder Dienstleistungen im E-Commerce anbieten. Also Online-Shops, Buchungsplattformen, digitale Dienste. Ein rein informatives Portfolio ohne Kauffunktion fällt nicht zwingend darunter.

Aber: Die Richtung ist klar. Barrierefreiheit wird zum Standard. Und selbst wenn du heute noch nicht verpflichtet bist - eine barrierefreie Website ist besser für alle Nutzer, besser für SEO und einfach professioneller. Es gibt also keinen Grund es nicht zu machen.

Was bedeutet barrierefrei konkret?

Im Kern geht es um vier Prinzipien: Deine Website muss wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein.

Die vier Prinzipien
W

Wahrnehmbar

Bilder mit Alt-Texten, Videos mit Untertiteln, ausreichende Kontraste

B

Bedienbar

Komplett mit Tastatur navigierbar, nicht nur mit der Maus

V

Verständlich

Formulare mit sichtbaren Labels, klare Sprache, konsistente Navigation

R

Robust

Sauberer HTML-Code der mit Screenreadern und Hilfstechnologien funktioniert

Wie prüfst du deine Seite?

Es gibt ein paar einfache Tests die du selbst machen kannst. Versuch mal deine Website nur mit der Tastatur zu bedienen - Tab-Taste zum Navigieren, Enter zum Klicken. Kommst du überall hin? Siehst du immer wo du gerade bist?

Schnelltest in 2 Minuten

Installier die Browser-Erweiterung WAVE oder axe DevTools. Die prüfen deine Seite automatisch auf fehlende Alt-Texte, zu geringe Kontraste und Formulare ohne Labels.

Was sind die häufigsten Probleme?

Häufigste Fehler

Fehlende Alt-Texte bei Bildern

Platz 1 mit Abstand - Screenreader können das Bild nicht beschreiben

Zu geringe Farbkontraste

Besonders Grau-auf-Weiß bei "designigen" Seiten

Keine sichtbaren Fokus-Styles

Man sieht nicht wo der Tastatur-Fokus gerade ist

Klickbare Divs statt Buttons

Sieht gleich aus, funktioniert aber nicht für Screenreader

Muss ich jetzt alles umbauen?

Nicht unbedingt. Viele Barrieren lassen sich mit überschaubarem Aufwand beheben. Alt-Texte nachtragen, Kontraste anpassen, Formulare korrigieren - das sind keine wochenlangen Projekte. Wenn deine Seite grundsätzlich sauber gebaut ist, reichen oft ein paar gezielte Anpassungen.

Bei älteren Websites die auf veralteten Themes oder Page-Buildern basieren, kann es aufwändiger werden. Da ist ein Redesign manchmal der sinnvollere Weg. Bei einem neuen Webdesign achten wir von Anfang an auf Barrierefreiheit - das spart nachträglichen Aufwand.

Fazit

Barrierefreiheit ist kein Trend der wieder verschwindet. Es ist eine gesetzliche Entwicklung und - wichtiger noch - einfach die richtige Sache. Unsere eigene Website haben wir nach WCAG 2.1 AA gebaut: Tastaturnavigation, Screenreader-Support, Fokus-Styles, semantisches HTML. Der Aufwand dafür war überschaubar, wenn man es von Anfang an mitdenkt. Installier dir WAVE oder axe DevTools, lass deine Seite einmal durchlaufen - die meisten Probleme siehst du in 5 Minuten. Oder nutze unseren kostenlosen BFSG-Check - 10 Fragen, 2 Minuten, konkretes Ergebnis.

BarrierefreiheitBFSGWCAGbarrierefreie WebsiteAccessibility
MK

Marcel Kietsch

Webdesigner & Entwickler bei MK Websolution. Schreibt über Webdesign, SEO und digitale Lösungen für kleine Unternehmen.

Klingt interessant?

Erzähl uns von deinem Projekt - wir melden uns so schnell wie möglich persönlich bei dir.